Interalpen-Hotel Tyrol

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Über Ostern ein paar Tage in den Bergen abschalten und dabei Gourmetküche und einen umwerfenden SPA genießen, das war unsere Idee, als wir unseren Aufenthalt im Interalpen-Hotel Tyrol, einem Mitgliedshaus der The Leading Hotels of The World, reserviert haben.

Die Lage des Hotels, auf einem Hochplateau, umgeben von einer wundervollen Berglandschaft mitten im Wald ist tatsächlich traumhaft und sucht ihresgleichen. Ebenso spektakulär wie die tiroler Berglandschaft ist die Hotelvorfahrt. Im Untergeschoss des Hauses fährt man in einen sehr schönen mit Holz verkleideten Empfangsbereich und wird sogleich von fleißigen Doormen Willkommen geheißen. Dank eines ausgeklügelten Duftkonzepts wird man nicht von Abgasgerüchen erschlagen.

Auch das Personal beim Check-In ist herzich, charmant und wird der 5-Sterne-Plus-Kategorie des Hauses gerecht.

Wir finden ein sehr schönes Deluxe-Doppelzimmer mit großem Bad und Ankleidezimmer, sowie einer kleinen Sitzecke am Kachelofen vor. Die Aussicht auf die Berge und ins Tal sind atemberaubend.

Leider hört´s an der Stelle dann auch schon mit der Begeisterung auf. Auf Grund der 280 Zimmern und Suiten sind die Dimensionen des Hauses erschlagend. Architektonisch hätte man sicher eine schönere Lösung finden können, um in diese Traumkulisse keine Bettenburg á la Ballermann bauen zu müssen. Die Innenaustattung ist urig, wunderschön und der Alpenwelt Tribut zollend umgesetzt worden. Viel Holz, schöne Schnitzereien, Kronleuchter und erdige Töne beherrschen das Bild und vermitteln eine angenehme Gemütlichkeit.

Ebenso wie die gigantischen Dimensionen des Hauses fallen die Speisesäle aus, groß, laut und hektisch. Es fühlt sich mehr an, als würde man in einem Familien-Robinson-Club essen, als in einem Gourmetrestaurant. Wenn überhaupt vorhanden ist der Service schlecht. Das Personal wirkt gelangweilt und genervt. Gäste scheinen hier eher als störender Faktor empfunden zu werden, weniger als Bereicherung.

Der Pool-Bereich ist grundsätzlich sehr nett angelegt. Wäre die Loungemusik dezenter, würde man sich auch hier nicht vorkommen wie zur HappyHour am Ballermann.

Ambitioniert ist das Tiroler Saunadorf, in dem sich jedoch jede Sauna gleich anfühlt und gleich muffig riecht. Hier wäre ein Duftkonzept á la Tiefgarage angebracht.

Alles in allem waren die Tage im Interalpen-Hotel Tyrol nicht so erholsam wie erhofft.

Wer große Hotelanlagen und Cluburlaub zu Luxuspreisen mag, ist hier goldrichtig. Wer Ruhe und Entspannung auf höchstem Niveau erwartet, dem empfehlen wir eine andere Destination zu suchen.

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